Freundschaftsgesellschaft Meissen-Arita/Japan e.V.
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Sächsische Partnerorganisationen wollen Japan weiter helfen
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Hilfe für Japan(freie presse vom 08.03.2012)

Seit der Katastrophe in Fukushima wurden mehr als 100.000 Euro Spenden gesammelt

Dresden (dapd-lsc). Die deutsch-japanischen Partnerschaftsorganisationen in Sachsen wollen auch ein Jahr nach der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan ihre Hilfe für die betroffenen Regionen fortsetzen. "Unsere Spendenaktion ist nicht beendet, die Probleme sind ja auch nicht beendet", sagte der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft Meißen-Arita/Japan, Kay Leonhardt, der Nachrichtenagentur dapd. Seit März 2011 habe der Verein gut 97.000 Euro Spenden gesammelt, vor allem in der Anfangsphase. Es komme aber noch immer Geld rein.

Die Deutsch-Japanische Gesellschaft Sachsen hat nach Angaben ihres Präsidenten Ronny Wolf knapp 10.000 Euro gesammelt. Das Geld sei in die Fertigstellung einer provisorischen Schule in der Stadt Kamaishi geflossen, die zu großen Teilen vom Tsunami zerstört worden war. Da keine Spenden mehr kämen, habe der Verein die Aktion inzwischen abgeschlossen, fügte Wolf hinzu. "Wir würden aber trotzdem weiter Spenden für Kamaishi annehmen und weiterleiten. Die Gemeinde braucht immer noch Geld."

Die Verteilung der Spenden aus Meißen übernahm Meißens Partnerstadt Arita, die rund 1.000 Kilometer von der Katastrophenregion entfernt liegt. Unter anderem sei ein Kindergarten wiederaufgebaut worden, sagte Leonhardt. Auch habe Arita, das wie Meißen für sein Porzellan bekannt sei, Geschirr-Grundausstattungen an Bedürftige verteilt. Einen kleinen Teil der Spenden behält die Freundschaftsgesellschaft Leonhardt zufolge noch ein, um damit in einiger Zeit einem Betroffenen aus der Region einen Besuch in Sachsen zu ermöglichen.

Auch Oberwiesenthal sammelte im vergangenen Jahr für seine Partnerstadt Hakuba. Von März bis Juni 2011 kamen bei einer großen Spendenaktion gut 10.600 Euro zusammen, wie Oberwiesenthals Bürgermeister Mirko Ernst (FDP) auf dapd-Anfrage sagte. Die Stadtverwaltung von Hakuba und das Rote Kreuz hätten das Geld für Soforthilfen genutzt. Hakuba, rund 300 Kilometer vom Epizentrum entfernt gelegen und wie Oberwiesenthal ein Wintersportzentrum, hatte Ernst zufolge nach dem Erdbeben Betroffene aufgenommen und sie etwa in Turnhallen provisorisch untergebracht. Seitdem habe es in Oberwiesenthal seines Wissens keine Hilfsaktionen mehr gegeben.

In Meißen wird unterdessen Ende März eine Jugendgruppe aus Arita erwartet. Bereits im Herbst seien Jugendliche aus Meißen nach Japan gereist, sagte Leonhardt. Vorbehalte oder Ängste etwa vor Strahlenbelastung habe es keine gegeben, fügte er hinzu. "Die jungen Leute wollten eher ein Zeichen setzen, dass das Leben weitergeht."

dapd

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